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Felis Major

23. Nov 2014 1

Wandelbar

Soweit ich mich erinnere, können Tulpen – als Schnittblumen – in der Vase weiterwachsen, weil ihre Wachstumsachse nicht über der Zwiebel verbleibt, vielmehr entwickelt sie eine zweite solche Zone knapp unterhalb des Blütenkopfes. Das ist einer der Gründe, warum sich Tulpen innerhalb weniger Tage jeder Vase soweit anpassen können, daß mitunter fast etwas wie eine Spiegelung der Form des Vasenkörpers zu Stande kommt.
Was mich immer wieder fasziniert, und ich mir nicht erklären kann: Das unterschiedliche Längenwachstum der einzelnen Blumen.

Tulpen

Als ich diese am Donnerstag in die Vase brachte, hatten sie alle die gleiche Länge. (Außerdem waren es 10 – die Verluste gehen auf das Konto meiner Katze.)

Wetter
Blauer Himmel, Sonne
Mäßig
6-8 °C
21. Nov 2014canary-150x150  

Altlasten

Spammer gehen einem unfassbar auf den Geist, Einbruchsversuche auf der Berufspräsenz erst recht. Jetzt haben sie mir zum ersten Mal einen positiven Effekt eingetragen – und mich obendrein gelehrt, daß ihre Datenbestände meist alles andere als aktuell sind.

Über die Zugriffsversuche dieser Nervensägen fiel mir auf, daß meine Präsenz ungelogen drei verschiedene URLs (be)lieferte, über die sie zu erreichen war. Soweit nicht verkehrt, aber dann doch bitte über ‘permanently moved’ und nicht über die heiße Nadel, die da heißt ‘auf dasselbe Verzeichnis zeigen lassen’.
Google mag sowas nicht, andererseits kleben die Spammer hingerissen auf der breiten Spur, die man hinter sich läßt. Sowas passiert, wenn man vergisst Pfade anzupassen, wenn man verpennt die Transients aufzuräumen oder zu löschen und dergleichen mehr. File it under: Der Schuster hat immer die schlechtesten Schuhe. :)

Heute Abend habe ich mir dann endlich die Zeit genommen die Datenbank zu entrümpeln, Transients zu löschen, eine handvoll Pfade händisch zu korrigieren – mit anderen Worten ‘canary in a coalmine’, diesmal in eigener Sache.

Abgesehen vom Prefix ist das jetzt die sauberste Database aller Zeiten. Grins.

Wetter
Grau und Sonne im Wechsel, für November erstaunlich hell.
Mittelprächtig
~5 °C
19. Nov 2014projektor  

Historisch, oder: time waits for no one

Als wir uns kennenlernten, war ich neun Jahre alt und sie acht. Jahrelang waren wir unzertrennlich. Auch hatten wir das Glück von derselben Grundschule gemeinsam auf dasselbe Gymnasium zu wechseln. Unsere Freundschaft war nicht ohne Schwierigkeiten, hatte aber Bestand. Wir bauten Buden, stromerten durch Waldstücke, rodelten am Bahndamm, paukten Mathe und Geschichte, gingen gemeinsam auf die ersten Feten …
Dann kam die Zäsur – meine Familie zog in eine andere Stadt, 600 Kilometer weit weg, noch keine 15 war ich. Zwar kam ich noch regelmäßig in meine Heimatstadt, aber doch nur 3 oder 4 Mal im Jahr. Die Telefonate wurden seltener, das Band wurde dünner. Zuviel änderte sich gerade in unseren jeweiligen Leben in ganz unterschiedliche Richtungen. Als ich zum Studium in meine Heimatstadt zurückkehrte, war sie nicht mehr dort. Zehn Jahre später machte ich sie in H. ausfindig, wir telefonierten drei Stunden lang, hatten wieder Verbindung, doch dann kamen für mich einige Jahre im Ausland und wir verloren uns wieder aus den Augen.
Vorgestern habe ich ihren Vater angerufen, der sich sehr gut an mich erinnert, und mir ihre neue Telefonnummer gab – natürlich keine Nummer in H. – das hatte ich versucht … Was halt so passiert … Scheidungen, Umzüge, Schwangerschaften …
Als wir uns gestern sprachen, ging mir das Herz auf bei der Freude in ihrer Stimme als sie mich erkannte. Diesmal war es irgendwie anders … wir werden älter, und je älter wir werden um so wichtiger werden die Menschen, die uns – und wir sie – schon kannten, als wir noch Kinder waren. Unser Gespräch war warm und vorbehaltlos offen, so vertraut als hätten wir uns gestern zum letzten Mal gesehen. Genau das wird nun in nächster Zeit geschehen: Nach 25 Jahren werden wir endlich wieder an einem Tisch sitzen.
Drei weitere Menschen gibt es, die ich gerne ausfindig machen würde. Es wird spannend bleiben.

Wetter
Regennebelgrau
Deutlich
~6 °C
15. Nov 2014 1

Evolution eines Innenraums

Kleine Wohnungen erziehen erbarmunglos zur Ordnung – ungefähr zehn Dinge am falschen Platz und es sieht aus wie nach einer Sprengung – vor allem aber machen sie kreativ: Statt eines tendenziell klotzigen Schranks in einer winzigen Diele oder eines offenen Regals, das man ständig entstauben muß drei gestaffelt positionierte Hängeschränke, so daß auch noch Drucker, Router und Katzentoilette Platz finden; statt quadratisch-praktisch-schlechter Nachtschränke und zu tiefer Sideboards Hängelösungen, die sich im Bedarfsfall auf 20 Zentimeter Tiefe eindampfen lassen, und ein knallroter Stahlschrank auf Beinen mit nur 38 Zentimetern Tiefe, zum Beispiel.
Wenn man gleich zwei kreative Hobbies hat, deren Gerätschaften ein deutliches Volumen haben, und man hat dann auch noch nur einen Raum dafür, werden die Dinge jedoch schnell provisorisch. So hatte ich zum Beispiel gegenüber von Herd und Spüle ein Stringregal verbaut, variabel tief. Nicht ideal, weil offen. Das macht kleine Räume unruhig, obendrein putzt man sich einen Wolf – und das Fenster kriegte ich auch nicht mehr auf.
Für die ‘Nähseite’ gab es ähnlich provisorische Lösungen: Die Kleinteileaufbewahrung auf dem Arbeitstisch trieb mich regelmäßig beim Zuschneiden in den Wahnsinn, dito die Tatsache, daß man zeitweise mehr mit Suchen nach Utensilien als mit Nähen beschäftigt war. Eine Lösungsidee für Beides hatte ich lange – allein: Der Markt wartete nicht mit passenden Möbeln auf. Kürzlich hat mich dann der Möbelschwede erlöst – wenn man das so nennen will, denn heute tun mir alle Knochen weh von räumen, schrauben, bohren, anbringen und wieder räumen :)

Zu Beginn hat mein Nähplatz so ausgesehen:

 

Anfang Dann kamen solche Dinge wie ein offener Rollschrank unter dem Tisch dazu, in dem ich eine Restekiste und zwei Utensilienboxen unterbringen konnte. Immer noch nicht wirklich schön, wie man im nächsten Bild sehen kann.

ZwischenstandHier hat das Chaos wirklich Formen angenommen. Da hilft es auch kaum, daß zwischendrin die Schnittmuster einen neuen Platz finden, der nicht mehr auf der Heizung ist. Man räumt gefühlt hundert Dinge täglich von a nach b nach c und zurück und verbringt viel Zeit mit Suchen … Davon ab sieht der Raum auch in aufgeräumtem Zustand irgendwie provisorisch aus – etwas, das ich überhaupt nicht mag!

 

Seit heute dann:

Der Lohn der ganzen Arbeit von Freitag und Samstag:
Nicht mehr alles offen und mehr oder weniger chaotisch. Keine Sucherei mehr. Ein freier (Zuschneide-)Tisch, von der Punktleuchte abgesehen (die Boxen der Werkstattanlage sind aus dem Blick inzwischen auch verschwunden), eine katzensichere Garnaufbewahrung, ein fester Platz fürs Bügeleisen und alle wichtigen Dinge sofort zur Hand.

Vielleicht mag sich ja ein oder anderer von diesen Bilder und Ideen inspirieren lassen. Man verzeihe bitte die Qualität der Bilder – es wird um Vier schon dunkel.

Wetter
Echtes Novembergrau, allerdings recht warm
Kaum
~11 °C